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Vergessen durch Hinweisreize: Inhibition oder Strategiestörung?
Aslan, Alp (2005) Vergessen durch Hinweisreize: Inhibition oder Strategiestörung? Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 25 Apr 2005 06:58
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10305
Zusammenfassung (Deutsch)
Beim episodischen Erinnern kann sowohl die Vorgabe einer Teilmenge zuvor gelernter Items als Hinweisreize als auch deren aktiver Abruf zu Vergessen des verbleibenden Materials führen. Während abrufinduziertes Vergessen in der Literatur meist auf einen Inhibitionsmechanismus zurückgeführt wird, ist der dem part-list cuing zugrunde liegende Mechanismus weitgehend unklar. Die vorliegende Arbeit ...
Beim episodischen Erinnern kann sowohl die Vorgabe einer Teilmenge zuvor gelernter Items als Hinweisreize als auch deren aktiver Abruf zu Vergessen des verbleibenden Materials führen. Während abrufinduziertes Vergessen in der Literatur meist auf einen Inhibitionsmechanismus zurückgeführt wird, ist der dem part-list cuing zugrunde liegende Mechanismus weitgehend unklar.
Die vorliegende Arbeit untersucht in insgesamt vier Experimenten die drei prominentesten Erklärungsansätze von part-list cuing: Das Modell des stärkeabhängigen Wettbewerbs, die Strategiestörungshypothese und die Inhibitionshypothese, nach der part-list cuing auf demselben Mechanismus beruht wie abrufinduziertes Vergessen.
Konsistent mit der Idee einer funktionalen Äquivalenz zwischen der Vorgabe von Hinweisreizen und dem Abruf von Items ergibt sich in allen vier Experimenten ein vollständig paralleles Ergebnismuster zwischen beiden Vergessensformen. Allerdings erweist sich keiner der drei vorgeschlagenen Mechanismen in der Lage, das Gesamtmuster der Daten adäquat zu beschreiben. Stattdessen ergibt sich ein komplexeres Bild. Während sich der ältere Ansatz des stärkeabhängigen Wettbewerbs als unzureichend erweist, legen die Ergebnisse eine Erklärung von part-list cuing auf der Basis von Inhibition und Strategiestörung nahe. Sie deuten zudem an, dass nicht nur part-list cuing, sondern in analoger Weise auch abrufinduziertes Vergessen auf diesen beiden Mechanismen beruhen kann.
Die vorliegende Arbeit schlägt eine Brücke zwischen zwei experimentellen Paradigmen und integriert die Sichtweisen zweier theoretischer Lager. Es wird vorgeschlagen, dass unabhängig vom Paradigma (part-list cuing oder abrufinduziertes Vergessen), die Lernsituation darüber entscheidet, welcher der beiden Mechanismen (Inhibition oder Strategiestörung) in einer konkreten Situation relevanter ist.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
In episodic recall, both providing a subset of previously learned items as a retrieval cue and the active retrieval of these items can cause forgetting of the remaining material. Whereas retrieval-induced forgetting is typically explained in terms of inhibitory mechanisms, there is no consensus in the literature about the mechanisms mediating part-list cuing. In four experiments, three of the ...
In episodic recall, both providing a subset of previously learned items as a retrieval cue and the active retrieval of these items can cause forgetting of the remaining material. Whereas retrieval-induced forgetting is typically explained in terms of inhibitory mechanisms, there is no consensus in the literature about the mechanisms mediating part-list cuing.
In four experiments, three of the most prominent accounts of part-list cuing are examined: Strength-dependent competition, strategy disruption and inhibition, according to which part-list cuing is mediated by the same mechanism as retrieval-induced forgetting.
Consistent with the proposal of a functional equivalence between cuing and retrieval, both forms of episodic forgetting show completely parallel results in all four experiments. However, the matter proves to be more complex, since no single mechanism is able to explain the overall pattern of results.
While strength-dependent competition turns out to be an inadequate account, the results of the present study suggest an interpretation of part-list cuing based on both inhibition and strategy disruption. Moreover, they indicate that, not only part-list cuing, but also retrieval-induced forgetting can be mediated by both mechanisms.
The present study offers a link between two experimental paradigms and integrates two theoretical perspectives. It is proposed that in both part-list cuing and retrieval-induced forgetting, the type of encoding determines which of the two mechanisms (inhibition or strategy disruption) is more relevant in a specific situation.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 24 April 2005 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml |
| Tag der Prüfung | 23 Februar 2005 |
| Institutionen | Humanwissenschaften > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie IV (Entwicklungs- und Kognitionspsychologie) - Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml |
| Stichwörter / Keywords | Episodisches Gedächtnis , Inhibition , Strategiestörung , Part-List Cuing , abrufinduziertes Vergessen , Episodic memory , inhibition , strategy disruption , part-list cuing , retrieval-induced forgetting |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-opus-4888 |
| Dokumenten-ID | 10305 |
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