| Lizenz: Creative Commons Namensnennung-KeineBearbeitung 4.0 International (4MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-783262
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.78326
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 7 Januar 2026 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Petra Jansen |
| Tag der Prüfung: | 10 November 2025 |
| Institutionen: | Humanwissenschaften > Institut für Sportwissenschaft |
| Stichwörter / Keywords: | Digitale Haltungsprävention; Grundschulkinder |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 700 Künste und Unterhaltung > 796 Sport |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 78326 |
Zusammenfassung (Englisch)
Postural deviations are common in childhood (Batistão et al., 2016; Wilczyński et al., 2020; Yang et al., 2020) and continue to change significantly throughout various growth phases (Dolphens et al., 2012; Lafond et al., 2007). It is assumed that postural misalignments may place dysfunctional strain on the musculoskeletal system, potentially leading to chronic pain or functional impairments ...

Zusammenfassung (Englisch)
Postural deviations are common in childhood (Batistão et al., 2016; Wilczyński et al., 2020; Yang et al., 2020) and continue to change significantly throughout various growth phases (Dolphens et al., 2012; Lafond et al., 2007). It is assumed that postural misalignments may place dysfunctional strain on the musculoskeletal system, potentially
leading to chronic pain or functional impairments later in life (Sharma & Rawat, 2023).
Although empirical findings on the direct relationship between posture and back pain remain inconclusive (Kamper et al., 2016), back pain is also recognized as a relevant health issue even in early developmental stages. It is highly prevalent across the population and is associated with considerable costs for healthcare systems (WIdO, 2023).
These complaints are already present in childhood, with prevalence increasing with age (Greiner et al., 2018; Krause et al., 2019).
Building on this background, the present thesis examines body posture and back pain in middle childhood, while also exploring the relevane of the diagnostic tool (Study 1) and their connections to other physical and psychological health dimensions during this important developmental period (Study 2 and 3).
Study 1 focused on comparing two commonly used diagnostic tools for posture assessment in children: a visual orthopedic examination and a rasterstereographic scan conducted with the DIERS formetric system. While both methods identified a high prevalence of postural deviations in the third-grade sample, the technical scan detected significantly more abnormalities, particularly in spinal curvature. These discrepancies
highlight methodological differences in detection thresholds and raise important Summary 7 questions regarding the cost-benefit ratio and accessibility of different tools in the context of postural assessment.
Studies 2 and 3 examined children’s body posture in relation to additional physical and psychological factors. While Study 2 focused on identifying correlations between these variables, Study 3 employed a longitudinal design to explore potential causal relationships. Both studies were conducted as part of the project “BackFit – From the Very
Beginning – For a Lifetime”. Study 2 focused on the associations between body posture, muscular fitness, psychological well-being, self-compassion, and physical self-concept, based on data collected during the pretesting of the intervention. The results revealed associations within the physical and within the psychological dimensions, but no
significant connections were found between any physical and psychological variables.
Study 3 evaluated the feasibility and effectiveness of a digital back-care program designed for children aged 7 to 11 years. The 12-week intervention combined physical exercises with educational content aimed at improving knowledge about the structure and function of the back, as well as postural awareness. Delivered through an interactive,
web-based platform, the program targeted improvements in posture, muscular fitness, and psychological well-being, including self-compassion and physical self-concept. The active control group followed a parallel 12-week program delivered through the same platform, consisting of weekly educational videos on general health promotion topics without a specific focus on back health. While the program led to improvements in back-related knowledge and self-compassion, no significant effects were observed in the other assessed domains. Taken together, the three studies contribute to a more differentiated
understanding of postural health in middle childhood and highlight the importance of better understanding psychophysical development and its trajectories during this critical period.
Übersetzung der Zusammenfassung (Deutsch)
Haltungsabweichungen sind im Kindesalter weit verbreitet (Batistão et al., 2016; Wilczyński et al., 2020; Yang et al., 2020) und verändern sich im Verlauf verschiedener Wachstumsphasen weiterhin deutlich (Dolphens et al., 2012; Lafond et al., 2007). Es wird angenommen, dass Fehlhaltungen zu einer dysfunktionalen Belastung des muskuloskelettalen Systems führen können und dadurch möglicherweise ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Deutsch)
Haltungsabweichungen sind im Kindesalter weit verbreitet (Batistão et al., 2016; Wilczyński et al., 2020; Yang et al., 2020) und verändern sich im Verlauf verschiedener Wachstumsphasen weiterhin deutlich (Dolphens et al., 2012; Lafond et al., 2007). Es wird angenommen, dass Fehlhaltungen zu einer dysfunktionalen Belastung des muskuloskelettalen Systems führen können und dadurch möglicherweise chronische Schmerzen oder funktionelle Beeinträchtigungen im späteren Lebensverlauf begünstigen (Sharma & Rawat, 2023). Obwohl empirische Befunde zum direkten Zusammenhang zwischen Körperhaltung und Rückenschmerzen bislang uneinheitlich sind (Kamper et al., 2016), werden Rückenschmerzen bereits in frühen Entwicklungsphasen als relevantes Gesundheitsproblem anerkannt. Sie sind in der Bevölkerung weit verbreitet und mit erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden (WIdO, 2023). Diese Beschwerden treten bereits im Kindesalter auf, wobei ihre Prävalenz mit zunehmendem Alter steigt (Greiner et al., 2018; Krause et al., 2019).
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit die Körperhaltung und Rückenschmerzen im mittleren Kindesalter. Zudem wird die Relevanz eingesetzter diagnostischer Verfahren (Studie 1) sowie deren Zusammenhänge mit weiteren physischen und psychischen Gesundheitsdimensionen in dieser wichtigen Entwicklungsphase analysiert (Studien 2 und 3).
Studie 1 hatte zum Ziel, zwei häufig verwendete diagnostische Verfahren zur Haltungsbeurteilung bei Kindern miteinander zu vergleichen: eine visuell-orthopädische Untersuchung und eine rasterstereografische Messung mittels des DIERS-formetric-Systems. Während beide Methoden eine hohe Prävalenz von Haltungsabweichungen in der untersuchten Drittklässlerstichprobe identifizierten, detektierte das technische Messverfahren signifikant mehr Auffälligkeiten, insbesondere im Bereich der Wirbelsäulenkrümmung. Diese Unterschiede verdeutlichen methodische Differenzen hinsichtlich der Detektionsschwellen und werfen zentrale Fragen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie zur Zugänglichkeit unterschiedlicher diagnostischer Instrumente im Kontext der Haltungsdiagnostik auf.
In den Studien 2 und 3 wurde die Körperhaltung von Kindern in Beziehung zu weiteren physischen und psychischen Faktoren untersucht. Während Studie 2 auf die Identifikation von Zusammenhängen zwischen diesen Variablen abzielte, wurde in Studie 3 ein longitudinales Design verwendet, um potenzielle kausale Beziehungen zu analysieren. Beide Studien wurden im Rahmen des Projekts „RückenFit - Von Anfang an - ein Leben lang“ durchgeführt. Studie 2 untersuchte die Zusammenhänge zwischen Körperhaltung, muskulärer Fitness, psychischem Wohlbefinden, Selbstmitgefühl und physischem Selbstkonzept auf Basis von Daten aus der Vortestung der Intervention. Die Ergebnisse zeigten Zusammenhänge innerhalb der physischen sowie innerhalb der psychischen Dimensionen, jedoch keine signifikanten Verbindungen zwischen physischen und psychischen Variablen.
Studie 3 evaluierte die Durchführbarkeit und Wirksamkeit eines digitalen Rückengesundheitsprogramms für Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren. Die zwölfwöchige Intervention kombinierte körperliche Übungen mit edukativen Inhalten zur Verbesserung des Wissens über Aufbau und Funktion des Rückens sowie zur Förderung des Haltungsbewusstseins. Das Programm wurde über eine interaktive, webbasierte Plattform umgesetzt und zielte auf Verbesserungen der Körperhaltung, der muskulären Fitness sowie des psychischen Wohlbefindens, einschließlich Selbstmitgefühl und physischem Selbstkonzept, ab. Die aktive Kontrollgruppe absolvierte ein paralleles zwölfwöchiges Programm über dieselbe Plattform, das wöchentliche Lehrvideos zu allgemeinen Themen der Gesundheitsförderung ohne spezifischen Fokus auf Rückengesundheit umfasste. Während das Programm zu Verbesserungen des rückenspezifischen Wissens und des Selbstmitgefühls führte, zeigten sich in den übrigen untersuchten Bereichen keine signifikanten Effekte.
Zusammenfassend tragen die drei Studien zu einem differenzierteren Verständnis der Haltungsgesundheit im mittleren Kindesalter bei und unterstreichen die Bedeutung eines vertieften Verständnisses der psychophysischen Entwicklung sowie ihrer Entwicklungsverläufe in dieser kritischen Lebensphase.
Metadaten zuletzt geändert: 07 Jan 2026 06:35

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