Zusammenfassung
Zusammenfassung:
Mit der Benennung eines Kompetenzbereichs Kommunikation in den Bildungsstandards werden
Alltags- und Fachsprache zu einem Gegenstand des Unterrichts. Eine allgemeine Unterscheidung
der beiden Sprachebenen fällt jedoch schwer, sodass zunächst unklar bleibt, wie das
Anliegen der Standards umgesetzt werden kann. Ein Überblick über die Diskussion zur Rolle
der Sprache im ...
Zusammenfassung
Zusammenfassung:
Mit der Benennung eines Kompetenzbereichs Kommunikation in den Bildungsstandards werden
Alltags- und Fachsprache zu einem Gegenstand des Unterrichts. Eine allgemeine Unterscheidung
der beiden Sprachebenen fällt jedoch schwer, sodass zunächst unklar bleibt, wie das
Anliegen der Standards umgesetzt werden kann. Ein Überblick über die Diskussion zur Rolle
der Sprache im Naturwissenschaftsunterricht offenbart zudem sehr unterschiedliche Blickrichtungen.
Im vorliegenden Beitrag wird ein ordnender Rahmen gewählt, indem eine auf die
Struktur des Gegenstands gerichtete Perspektive von einer solchen unterschieden wird, die
nach Entwicklungsverläufen fragt. In Zusammenhang mit letzterer Blickrichtung werden die
Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vorgestellt und in zwei unterschiedlichen Interpretationsrahmen
gedeutet, einem fachlich-fachdidaktischen und einem, der auf Ergebnisse der
Sprachentwicklungsforschung rekurriert. Es wird dafür argumentiert, Alltags- und Fachsprache
nicht als einander gegenüber stehende Gebilde anzusehen, wobei die Fachsprache aus einer
Pflege der Alltagssprache zu entwickeln sei. Stattdessen wird dafür argumentiert, Alltags- und
Fachsprache als je für sich entwicklungsfähig anzusehen und im Unterricht zu thematisieren.
Abstract:
In national science education standards students’ communication and use of special or everyday
language play an important role. Literature concerning everyday and special language
in science shows that it is difficult to distinguish these language levels. In addition, a broad
range of approaches exist to describe the role of everyday and special language for science
education. In the present paper these different approaches are discussed within a framework
distinguishing two fundamental perspectives, one concerning structurally aspects of language,
the other involving the development experienced by the students. The latter is deeply discussed
including empirical data. Conclusions are made regarding two different interpretations, firstly
referring to students’ preconceptions, secondly including results of the field of second language
learning. The paper argues against the view of special language in science to be developed
starting from everyday language. The data give reason for regarding everyday language and
special language in science as different challenges, both to be taught and developed.