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Schreder, Stefan

From Action to Reflection - Designing Video-Assisted Debriefings for Simulation-Based Mountain Rescue Training

Hochschulschrift der Universität Regensburg

Schreder, Stefan (2026) From Action to Reflection - Designing Video-Assisted Debriefings for Simulation-Based Mountain Rescue Training. Dissertation, Universität Regensburg.

DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.80917


Zusammenfassung (Englisch)

Simulation-based training (SBT) gives mountain rescuers a safe way to prepare for complex and potentially rare emergencies. However, participating in simulations alone does not guarantee learning. Debriefings are needed to transition from the simulated experience to an opportunity for feedback and reflective discussion. Previous research has shown that without debriefing, learners achieved ...

Simulation-based training (SBT) gives mountain rescuers a safe way to prepare for complex and potentially rare emergencies. However, participating in simulations alone does not guarantee learning. Debriefings are needed to transition from the simulated experience to an opportunity for feedback and reflective discussion. Previous research has shown that without debriefing, learners achieved significantly worse learning outcomes. Despite the established educational significance, questions remain regarding the focus and form of debriefings. This dissertation addresses this gap by examining what aspects of and influences on simulation performance should receive attention during debriefing, and to identify and implement the most promising debriefing approach in the context of the Bavarian mountain rescue organisation. A total of three complementary empirical studies were conducted: a quantitative study examining factors connected to simulated resuscitation performance (Study 1), a qualitative study comparing experiences with verbal and video-assisted debriefing (Study 2), and a design-based research study developing and evaluating a context-sensitive implementation of video-assisted debriefing (Study 3).
The first major contribution of the dissertation concerns the content and focus of debriefing. Study 1 showed that resuscitation performance in mountain rescue cannot be reduced to a single performance dimension. Technical and non-technical performance were not significantly related, and previous experience was not consistently associated with better performance. Mountain rescuers were also not fully able to correctly assess their colleagues’ performance during the simulation. These findings indicate that technical and non-technical skills may need to be treated as separate points of reflection and that previous experiences should rather be used as reference points to recontextualise the simulated experience than dependable indicators of competence.
A second contribution lies in demonstrating the potential and challenges of video-assisted debriefing. Study 2 showed that the video-assisted debriefing approach was favoured by both participants and facilitators, as it provided an objective, external perspective on the simulation, thus supporting the reconstruction of events and team processes during debriefing. However, with the possibility of having mistakes displayed prominently on screen, participants also reported negative effects such as stress and impacts on their behaviour.
The third and last contribution concerns the implementation of video-assisted debriefing within the context of mountain rescue training. Study 3 identified three recurring challenges for facilitators: ensuring psychological safety, operating the video-assisted debriefing technology, and managing the cognitive demands associated with the new debriefing approach. These challenges were addressed as part of the design-based research approach, with iteratively developed scaffolds reducing cognitive demands, providing structure and helping with the establishment of psychological safety. Participants of the video-assisted debriefing reported a significant decrease in stress after debriefing and rated the perceived debriefing quality as consistently high. The results illustrate that a context-sensitive implementation can work with the targeted support of facilitators, without the need for large structural changes.
Overall, this dissertation strengthens the basis for improving SBT within the specialised field of mountain rescue organisations. The combined findings indicate that debriefing practice can be advanced through an integrated consideration of content, approach, and implementation. Although grounded in mountain rescue, the gained insights can also provide useful guidance for other voluntary rescue organisations facing similar training and organisational challenges.

Übersetzung der Zusammenfassung (Deutsch)

Simulationsbasierte Trainings (SBT) bieten Bergrettenden eine sichere Möglichkeit, sich auf komplexe und potenziell selten auftretende Notfallsituationen vorzubereiten. Die bloße Teilnahme an Simulationen führt jedoch nicht zwangsläufig zum Lernerfolg. Debriefings sind deshalb notwendig, um die in der Simulation gemachten Erfahrungen zu reflektieren und Feedback zu erhalten. Vorangegangene ...

Simulationsbasierte Trainings (SBT) bieten Bergrettenden eine sichere Möglichkeit, sich auf komplexe und potenziell selten auftretende Notfallsituationen vorzubereiten. Die bloße Teilnahme an Simulationen führt jedoch nicht zwangsläufig zum Lernerfolg. Debriefings sind deshalb notwendig, um die in der Simulation gemachten Erfahrungen zu reflektieren und Feedback zu erhalten. Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Lernende ohne anschließendes Debriefing signifikant schlechtere Lernergebnisse erzielen. Trotz der etablierten pädagogischen Bedeutung von Debriefings bestehen weiterhin offene Fragen hinsichtlich ihres inhaltlichen Fokus und ihrer konkreten Umsetzung. Die vorliegende Dissertation greift diese Fragen auf, indem sie untersucht, welche Aspekte der Simulationsleistung und welche Einflussfaktoren darauf im Debriefing berücksichtigt werden sollten. Des Weiteren wird erforscht, welcher Debriefing-Ansatz sich im Kontext der Bergwacht Bayern als besonders vielversprechend erweist und wie dieser implementiert werden kann. Hierzu wurden drei sich ergänzende empirische Studien durchgeführt: eine quantitative Studie zu Einflussfaktoren auf die Leistung bei simulierten Reanimationen (Studie 1), eine qualitative Studie zum Vergleich der Erfahrungen mit verbalem und videounterstütztem Debriefing (Studie 2) sowie eine Design-Based-Research-Studie zur Entwicklung und Evaluation einer kontextsensitiven Implementierung von videounterstütztem Debriefing (Studie 3).
Der erste zentrale Beitrag dieser Dissertation betrifft den Inhalt und Fokus von Debriefings. Studie 1 zeigte, dass sich die Reanimationsleistung im Kontext der Bergrettung nicht auf eine einzelne Leistungsdimension reduzieren lässt. Technische und nicht-technische Leistung standen in keinem signifikanten Zusammenhang, und vorherige Erfahrungen gingen nicht durchgängig mit einer besseren Leistung einher. Zudem waren die Bergrettenden nur eingeschränkt in der Lage, die Leistung ihrer Teammitglieder während der Simulation korrekt einzuschätzen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass technische und nicht-technische Fertigkeiten als getrennte Reflexionsgegenstände betrachtet werden sollten. Frühere Erfahrungen sollten dabei eher als Bezugspunkte für die Rekontextualisierung der Simulationserfahrung herangezogen werden anstatt als verlässliche Indikatoren für Kompetenz.
Ein zweiter Beitrag liegt in der Darstellung der Potenziale und Herausforderungen von videounterstützten Debriefings. Studie 2 zeigte, dass dieser Debriefing-Ansatz sowohl von den Teilnehmenden als auch von den Ausbildenden bevorzugt wurde, da das Video eine objektive Außenperspektive auf die Simulation eröffnete und dadurch die Rekonstruktion von Ereignissen und Teamprozessen im Debriefing unterstützte. Gleichzeitig berichteten die Teilnehmenden jedoch auch von negativen Auswirkungen, etwa erhöhtem Stress und Veränderungen in ihrem Verhalten, ausgelöst durch das Bewusstsein, dass die eigenen Fehler deutlich sichtbar dargestellt werden können.
Der dritte und abschließende Beitrag bezieht sich auf die Implementierung von videoassistiertem Debriefing im Kontext des Bergrettungstrainings. Im Rahmen von Studie 3 konnten drei wiederkehrende Herausforderungen für Ausbildende identifiziert werden: die Gewährleistung psychologischer Sicherheit, die Bedienung der für das videounterstützte Debriefing eingesetzten Technik sowie der Umgang mit den erhöhten kognitiven Anforderungen des neuen Debriefing-Ansatzes. Diese Herausforderungen wurden im Rahmen des Design-Based-Research-Ansatzes gezielt aufgegriffen. Iterativ entwickelte Unterstützungsmaßnahmen reduzierten kognitive Anforderungen, gaben zusätzliche Struktur und unterstützten die Schaffung von psychologischer Sicherheit. Die Teilnehmenden berichteten nach dem videounterstützten Debriefing von einem signifikanten Rückgang ihres wahrgenommenen Stressniveaus und bewerteten die wahrgenommene Qualität des Debriefings durchgehend hoch. Die Ergebnisse zeigen, dass eine kontextsensitive Implementierung durch gezielte Unterstützung der Ausbildenden auch ohne umfassende strukturelle Veränderungen erfolgreich umgesetzt werden kann.
Insgesamt stärkt diese Dissertation die Grundlage für die Weiterentwicklung von SBT im Bereich der Bergrettung. Die kombinierten Ergebnisse zeigen, dass Debriefings durch eine ganzheitliche Betrachtung von Inhalt, Ansatz und Implementierung optimiert werden können. Obwohl die Dissertation im Kontext der Bergrettung verankert ist, können die gewonnenen Erkenntnisse auch als Ansatzpunkte für die Verbesserung von Debriefings in anderen ehrenamtlichen Rettungsorganisationen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen dienen.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Open Access ArtPrimärpublikation
Datum13 Oktober 2026
Veröffentlichungsdatum13 Okt 2026 12:40
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Hans Gruber und Prof. Dr. Regina H. Mulder
Tag der Prüfung26 August 2026
InstitutionenHumanwissenschaften > Institut für Erziehungswissenschaften
Humanwissenschaften > Institut für Erziehungswissenschaften > Lehrstuhl für Pädagogik III (Prof. Dr. Hans Gruber)
Stichwörter / Keywordssimulation-based training, video-assisted debriefing, mountain rescue, design-based research
Dewey-Dezimal-Klassifikation300 Sozialwissenschaften > 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-809171
Dokumenten-ID80917

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